Slack
Wo sich das System meldet, wenn ein Mensch entscheiden muss.
Was es ist
Slack ist ein Nachrichtenwerkzeug für Teams. Für Automatisierung ist aber eine andere Eigenschaft interessant: Es ist der bequemste Ort, an dem ein System einen Menschen ansprechen kann, ohne dass dieser Mensch irgendwo nachschauen muss.
Wo es trägt
Als Freigabestelle. Ein Ablauf bereitet etwas vor, erreicht den Punkt, an dem eine Entscheidung fällig ist, und stellt die Frage dort, wo ohnehin gearbeitet wird. Ein Knopf für ja, einer für nein, und der Ablauf läuft weiter oder eben nicht. Das ist der Unterschied zwischen einer Automatisierung, die man laufen lassen kann, und einer, die man abschaltet, weil sie einmal etwas Peinliches verschickt hat.
Zweiter Ort: Meldungen, die eine Handlungsanweisung enthalten. Nicht „Fehler in Workflow 12”, sondern welcher Ablauf, was war zu erwarten, was kam stattdessen, und was jetzt zu tun ist.
Wo es klemmt
Zu viele Meldungen sind dasselbe wie keine. Ein Kanal, in dem jeder erfolgreiche Durchlauf gemeldet wird, wird nach zwei Wochen ignoriert, und dann fällt auch die eine wichtige Meldung nicht mehr auf. Ein System soll sich melden, wenn etwas zu tun ist, und sonst schweigen.
Der kostenlose Tarif vergisst. Ältere Nachrichten sind irgendwann nicht mehr abrufbar. Wer Slack als Protokoll benutzt, hat kein Protokoll. Das Protokoll gehört in eine Datenbank, Slack bekommt die Frage.
Es wird zum zweiten Posteingang. Das ist ein Organisationsproblem, kein technisches, aber es entscheidet darüber, ob die Freigabefrage gesehen wird.
So sieht es aus, wenn es läuft
Ein Ablauf läuft allein bis zu der einen Stelle, an der jemand hinsehen muss, und genau dort erscheint eine Nachricht mit zwei Knöpfen: freigeben oder ändern. Dazu die unbequeme Sorte Meldung, die sonst niemand verschickt: dass seit drei Tagen nichts mehr angekommen ist, obwohl alles grün aussieht. Beides zusammen ist der Grund, warum man einen automatischen Ablauf überhaupt laufen lassen kann, ohne ihn dauernd zu beobachten.
Woran du vor der Entscheidung denken solltest
Wenn dein Betrieb kein Slack nutzt, zwing ihn nicht dazu. Dieselbe Rolle erfüllen eine E-Mail, Telegram oder ein Messenger, den ihr ohnehin offen habt. Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern dass die Frage einen Menschen erreicht, bevor etwas Unumkehrbares passiert.
Beiträge dazu
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