WordPress
Websites und Shops, die dir gehören, mit allem Guten und Schlechten daran.
Was es ist
WordPress betreibt einen großen Teil des Netzes und ist im Kern ein Redaktionssystem, das man mit Erweiterungen in fast alles verwandeln kann: Website, Shop, Buchungssystem, Mitgliederbereich. Genau diese Verwandelbarkeit ist Stärke und Schwäche in einem.
Wo es trägt
Wenn es eine Nische gibt, gibt es dafür ein Plugin. Ein Betrieb, der Termine im Viertelstundentakt vergibt und dafür Gutscheine als PDF erzeugt, ist kein Standardfall, und trotzdem steht so etwas in Tagen statt Monaten. Auf einer geschlossenen Plattform wäre derselbe Fall entweder unmöglich oder teuer.
Dazu: Es gehört dir wirklich. Die Datenbank, die Dateien, die Inhalte liegen auf einem Server, den du wechseln kannst. Niemand ändert über Nacht die Bedingungen.
Wo es klemmt
Die Erweiterungen sind das Risiko. Jedes Plugin ist fremder Code mit vollem Zugriff, und jedes ist ein potenzielles Sicherheitsloch und ein möglicher Bremsklotz. Bei einem Kundenprojekt habe ich drei Erweiterungsbibliotheken gefunden, die ihre Stile und Skripte auf jeder Seite geladen haben, auch dort, wo keines ihrer Elemente vorkam.
Aktualisieren ist Pflicht und nicht risikofrei. Ein Update kann eine Seite zerlegen, ein ausgelassenes Update macht sie angreifbar. Beides erledigt sich nicht von selbst.
Seitenbaukästen erzeugen Ballast. Was im Baukasten in fünf Minuten schön aussieht, ist im Quelltext oft ein Vielfaches dessen, was nötig wäre. Auf dem Handy merkt man das.
So sieht es aus, wenn es läuft
Für einen Betrieb mit Terminen, Gutscheinen oder einem Katalog ist vieles schon fertig: buchen, bezahlen, ein PDF erzeugen, es verschicken. Das spart am Anfang Monate. Der Preis dafür ist die Pflege, denn jede Erweiterung, die das möglich macht, will aktuell gehalten werden. Die ehrliche Trennlinie: Sollen Leute auf der Seite etwas tun, ist es stark. Sollen sie nur etwas lesen, gibt es leichtere Wege.
Woran du vor der Entscheidung denken solltest
WordPress ist richtig, wenn du regelmäßig Inhalte pflegst oder eine Funktion brauchst, die es nur als Plugin gibt. Für eine Seite, die sich selten ändert, zahlst du Wartung, Updates und Ladezeit für eine Flexibilität, die du nie abrufst. Und wenn du damit einen Shop baust: rechne durch, ob die Summe der Erweiterungen am Ende billiger ist als eine fertige Shop-Plattform.
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